Spurenlese

Raus aus dem Ferien-Park, zweimal lang hinfallen und zack … befinden wir uns am Ende des 17. Jahrhunderts in Sonnenkönig Ludwigs Festung Mont Royal. Über 8000 Soldaten und 3000 Kavaleriepferde sind hier stationiert – Ludwig XIV. ist auf Expansionskurs gen Osten. Und da das nicht jedem gefällt, braucht’s ein wenig militärische Unterstützung …

Ok, ganz so cool ist es nicht, aber schon ziemlich beeindruckend. Mont Royal sollte eine Festung werden. Mit gigantischen Ausmaßen (50 ha), was aus heutiger Sicht eine wahre architektonische Meisterleistung darstellt, denn wohin wir sehen, gibt es nur Wald und der wiederum befindet sich auf einem Bergrücken. Rund herum also Abhänge. Mit schönsten Aussichten auf und über die Mosel.

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Die damaligen Fronarbeiter, die zu  tausenden elf Jahre an der Festung rumwerkelten, haben das vermutlich nicht ganz so begeistert wahrgenommen wie wir. Was sie seinerzeit geleistet haben, lässt uns hingegen auf dem anderthalbstündigen Rundweg mehrfach große Augen machen. Mont Royal gilt nicht ohne Grund als größte Festung bis zur Neuzeit und das, obwohl sie niemals fertiggestellt wurde. Ich frage mich, wer den Verstand des Königs insgeheim mehr anzweifelte – die Franzosen, die dieses Unsummen verschlingende Monstrum eigenhändig wieder plattmachten oder die Fronarbeiter, die viele Jahre ihres Lebens quasi für die Katz geschuftet haben.

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So imposant wie das noch zu erahnende Bauwerk selbst ist die Rückeroberung des Areals durch die Natur. Auf einem Großteil des Weges befinden wir uns mehrere Meter über der ursprünglichen Geländehöhe. Selbst bei den freigelegten und als solche gekennzeichneten Ruinen sind wir des Öfteren nicht sicher: Von Mensch oder Natur gemacht? Wie von selbst ergibt sich folglich die spannende wie auch logische Feststellung, wer tatsächlich das letzte Wort auf diesem Planeten hat …

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Vier Kilometer Geschichte zum Anfassen, Gruseln, Raufklettern, Durchkraxeln, Abtauchen, Ver(w)irren und Staunen. Würzige Waldluft und bezaubernde Naturbilder gibt’s gratis obendrauf.

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Spazierengehen auf des Königs Ruinen ist echt unser Ding …

 


Tipp: Taschenlampe mitnehmen

 

 

3 Gedanken zu “Spurenlese

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