Luxus in Gummistiefeln (Klappe/die I.)

Urlaub ist ein Lieblingswort.
Mont Royal ein Lieblingsort.

Noch bevor wir im letzten Oktober Mont Royal verließen, wussten wir, dass wir wiederkommen. Dieser kleine, völlig unaufgeregte Landal Park hatte es uns vom ersten Augenblick an angetan. Wir hatten den ruhigsten, erholsamsten Urlaub  aller Zeiten und waren nach nur einer Woche absolut tiefenentspannt – gänzlich ohne Yoga und Meditation.

Unsere Vorfreude war demzufolge riesig, obwohl wir dieses Mal nur ein verlängertes Wochenende gebucht hatten. Urlaub SL – short but luxurious. Man gönnt sich ja sonst nix. Ein bisschen Neugier war auch mit im Spiel. Ein klitzekleines bisschen. Nicht der Rede wert. Weißt du schon, welche Hausnummer wir haben? … Ach, eine Sauna ist im Haus? … Die neuen Möbel sehen wirklich toll aus. … Den Kamin gibt es aber auch noch? … ? … ? … Ob schon alle Häuser fertig sind? …

Im Herbst waren im Mittelteil des Parks umfangreiche Bauarbeiten im Gange. Die über 50 Jahre alten Häuser wurden abgerissen und neu erbaut. Und was zu diesem Zeitpunkt schon erkennbar war, sah nicht nur modern aus, sondern vor allem schick – luftig heller Scandinavian-Style. Häuser, die bereits im halbfertigen Zustand einladend wirkten …  was für ein Wohlfühlpotential … haaaaach … hygge … ganz bestimmt wird es hygge. *

Dieser Begriff, der zwar keine Übersetzung kennt, mir dafür nach wie vor ein schiefes Grinsen ins Gesicht pinnt, weil er nach allem klingt, nur nicht nach dem, was er ausdrückt, war ja DER Wohn-Style-Begriff und Trend des letzen Jahres, von dem gar eine Zeitung meinte: Hygge muss man lernen. Soso. Ich kenne den Verleger dieser Zeitung nicht, auch nicht den Verfasser des Artikels, aber es ist zu vermuten, dass sie in einer Steinzeit-Höhle ohne Fenster (und die Gefahr des Hinausfallens) aufwuchsen, dass sie sich nun mit ihrer These soo weit aus Selbigem zu lehnen wagten. – Erstens muss ich ja mal gar nix. Ich kann. Wenn ich will. Und zweitens beherrsche ich zwar kein Dänisch, aber hygge lebe ich allemal und zwar schon länger und auch ganz ohne diese Vokabel gekannt zu haben. Punkt.

Zurück zum Park. Bzw. hin zum Park. Also Ankunft. Ich könnte es auch Empfang nennen. Herzlichen Empfang. Mit Glühwein und Flammkuchen am Feuer. Es war nämlich popokalt. Weswegen ich im Auto blieb und der Göttergatte allein zur Anmeldung hin und zum Auto zurück huschte, nicht ohne explizite Erwähnung von Glühwein und Flammkuchen. Wusste ich, hab ja Augen im Kopf. Aber nein, er wollte nix davon, weil ich doch im Auto wartete. Wir könnten aussteigen. Nein, nein passt schon. WER hat behauptet, FRAUEN seien kompliziert?? Nun, sein Wille … war auch mein Wille. Ich wäre eh nach nur einem Stück Flammkuchen geplatzt. Vor lauter Neugier. So dicht an unserer neuen Unterkunft hielt ich mich doch nicht mit Banalitäten wie Essen und Trinken auf! Los jetzt!

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Beste Unterkunft! Das hatte mein geübter Scanner-Blick sofort erfasst. YES! Erhöhte Lage, kein anderes Haus vor uns – herrlicher Blick ins Tal. Wenn wir was gesehen hätten – das Tal lag zu diesem Zeitpunkt im Dunst – aber hey … nach oben sollte immer ein wenig Luft sein. Also fix noch mal ganz kräftig innerlich jubiliert YEAH YEAH YEAH und rin inne Bude hinein in das Haus: Kopf hoch, Brust raus, tief einatmen und daaaaann … majestätisch über die Schwelle schreiten. Weil … E R S T B E Z U G ! Gar niemand war jemals vor uns in dem Haus. YEAH! – Okayyy, die Putzkolonne. Und die Bauarbeiter. Und die Architekten. Und … …  – Jaaa. Schon recht.

Dass das Haus größer ist als das letzte, wussten wir. Dass es heller ist, ahnten wir. Dass es gemütlich ist, hofften wir. Dass es großartig ist, war klar, kaum dass wir die Schuhe aus hatten. YEAH YEAH Ye – Ihr wisst schon …

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Ein bisschen (Klein)Möbelrücken (der Holztisch stand in der Ecke), ein bisschen Deko, die ich immer im Park-Gepäck habe (jawohl) –  feddisch für Hygge.
Und mal ehrlich – die Fenster sind doch der Knaller, oder? Ich muss sie ja nicht putzen …

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Die Blumen gab’s vom Park. Ob das zur Luxus-Kategorie dazu gehört oder in dem Fall ein Wir-heißen-Euch-als-Erstbewohner-willkommen-Strauß war, weiß ich nicht. Nett fand ich es allemal, vor allem, weil ich Freesien liebe.

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Klein, aber oberfein – die Küche. Nur die Lampe ist etwas gewöhnungsbedürftig. Und die Robot-eyes an der Decke.
Alle Notwendigkeiten zum Mahlzeiten zubereiten sind vorhanden. Küchenmesser! waren dem Göttergatten eine besondere Erwähnung wert. Grundsätzlich gehen wir von diesem Werkzeug in jeder Küche aus, die letzte hatte aber keine, womit diese hier hauseigene plus Gastmesser aufweisen konnte.
Ganz klarer Küchen-Pluspunkt für Landalparks gegenüber Centerparcs – der Backofen. Bei Parkurlauben sind wir größtenteils Selbstversorger. Und was wir nicht haben, merken wir, wenn wir es brauchen. Sowas aber auch. Einen Backofen haben wir bei unseren zahlreichen Centerparcs-Aufenthalten so oft vermisst, dass wir uns schließlich einen transportablen Minibackofen zugelegt haben. Einschränkungen, die zu Abhängigkeiten führen, mögen wir nicht. ECHT nicht.

Auch elementar und unabdingbar ist eine halbwegs vernünftige Kaffeemaschine. Wir sind Kaffetanten. Bzw. Kaffeetante und Kaffeeonkel. Den Herbsturlaub hat uns eine Senseo versüßt. Ganz ohne Zucker. Dafür geht ein weiterer Punkt an Landal. ABER einen halben ziehe ich gleich wieder ab:
Wie um alles in der Welt kommt man denn bloß auf die Idee, in ein auf ökologischen Eckdaten basierendes Hauskonzept eine NESPRESSO zu stellen?? Nespresso ist K E I N ! Luxus. Dieser Name ist bedeutet MÜLL. Bergeweise. Ein absolutes NoGo.
Womit die Privat-Senseo – unser zweites Centerparcs-Urlaub-Upgrade – einen Moselaufenthalt zugesprochen bekam …

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Und wenn ich grad schon beim Kaffee bin – Kuchen gehört dazu. Besonders, wenn er so fein ist wie dieser (vegane) Schokoladen-Erdnuss-Kuchen.
Das Rezept hatte der Göttergatte zwei Tage vor dem Urlaub gefunden, mir vor die Linsen gehalten und zack – war der Kuchen nachgebacken. Er hat die perfekte Größe für zwei Personen und ein Wochenende und stellte sich ganz nebenbei auch noch als prima Kaffeetisch-Partner zu diesem phänomenalen Bananenbrot (vegan, glutenfrei) heraus.
Bananenbrot war mir ja – zugegebenermaßen – immer suspekt. Süßes Brot … Okay, ich wußte es ist eher ein Kuchen, aber Kuchen, der Brot heißt, hat es auch nicht besser gemacht. Mehr aus der Not heraus habe ich das Kuchenbrot dann eines Tages doch gebacken, und was soll ich sagen? Innerhalb weniger Tage zweimal nachgebacken. Reicht als Empfehlung, oder?

cof

Probier’s mal mit Gemütlichkeit. Haben wir schließlich auch wörtlich genommen. Nach ausgiebigem Haus-unter-die-Lupe-nehmen-und-bestaunen. Rauf auf die Couch und rein in unser Hygge-Luxus-Wochenende …


* Hygge – dänische Glücksphilosophie, Lebensgefühl

Luxus in Gummistiefeln (Klappe/die II.) folgt
Herbst in Mont Royal

2 Gedanken zu “Luxus in Gummistiefeln (Klappe/die I.)

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