Liebste Wiepi

(… wenn das so weitergeht, sollte ich über eine neue Kategorie nachdenken. Briefe an Blogger. Oder so … )

Tagebücher finde ich toll. Die Idee, Tage, Wochen oder gar Jahre später lesen zu können, was einmal wichtig für mich war, hat mich von Kindesbeinen an begeistert. Immer wieder aufs Neue und ohne Ergebnis. Tatsache. Es gibt kein einziges dieser Bücher. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Zig Mal. In verschiedenen Farben, Formen, Größen, Schreibstilen. Es wurde nix. Vielleicht hätte es was werden können, wenn es Tagezettel geheißen hätte. DAS kann ich nämlich richtig gut: Zettel schreiben. Vorzugsweise solche, die eine direkte Verbindung zum Bermuda Dreieck haben und auf unbestimmte Zeit verschwinden. Wenn sie wieder auftauchen, ist es jedesmal ein herrlicher Aaaaahh-Effekt. So aber war es immer das selbe Dilemma: Buch hervorkramen, neue Seite aufschlagen, sinnieren, zurückblättern was habe ich doch gleich zuletzt geschrieben, lesen, Stirn runzeln, linke Augenbraue bis zum Anschlag hochziehen, innerlich stöhnen was für ein Mist / Quatsch / Schrott / Blödsinn / Sch***, Seite aus dem Buch in kleinste Fitzelchen reißen – wegen privatem Datenschutz – und von vorne anfangen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe IMMER von vorne begonnen. Irgendwann war ich den täglichen Murmeltiergruß dann leid und hab’s bleiben lassen.

Vor einigen ziemlich vielen Jahren hatte ich eine Phase akkuter Schreiblust … oder -wut?? … und habe ein paar familäre Begebenheiten in Kurzgeschichten festgehalten, Gedichte und sonstige kleine Texte geschrieben, die Freunde und Familie mit schöner Regelmäßigkeit erheitert kommentierten: Du musst ein Buch schreiben. Unbedingt. Na klar. Eine meiner leichtesten Übungen …

Und dann änderten sich Zeiten, Dinge, Umstände. Und ich mittendrin … änderte mich mit. Wurde älter und Gottseidank auch weiser und vor allem gelassener. Ich habe gelernt, die Dinge stehen zu lassen. Wie sie sind. Einfach so. Was auch heute noch nicht immer leicht ist. Dafür umso wichtiger. Ich werde in dem, was ich bin und tue nicht besser, wenn ich meine Vergangenheit beurteilend verreiße und in die Tonne trete. Meine Vergangenheit hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und ganz ehrlich: Ich finde mich toll. Nicht immer. Aber immer öfter …

Selbstliebe ist unser stärkster Motor. Er treibt uns an die Dinge zu tun, die wir lieben. Ich frage mich hin und wieder, wie vielen Menschen bewusst ist, dass wir die Dinge, die wir lieben, so richtig … richtig gut können. Dass wir für sie alle Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Wiege gelegt bekamen. Dass sie Teil unserer Träume und Visionen sind, die uns wie Schatten unser Leben lang verfolgen, wenn wir ihnen nicht die notwendige Aufmerksamkeit schenken. Und ich habe noch nie von jemandem gehört, der erfolgreich vor seinem Schatten davon laufen konnte.

Genausowenig wie ein Apfel weit vom Stamm fällt. Manchmal denke ich, Du bist mein Klon. Ein etwas kurz geratener, aber ansonsten sehr gut gelungener. Wenn ich vergesse, wer ich bin, brauch ich Dich nur anschauen – zack – alles klar.
Mit einem Augenzwinkern gesehen, bist Du sogar eine gepimpte Version meiner Selbst. Du kannst nicht nur ohne Punkt und Komma sabbeln wie ich, Du beherrscht es sogar mehrsprachig. Du schreibst und fotografierst nicht einfach nur hobbymäßig wie ich, Du hast es gleich richtig studiert. Du hast die gleichen Macken, machst die gleichen Sperenzchen und wie um zu zeigen, dass das Ende der Fahnenstange mit mir noch längst nicht erreicht ist, setzt Du dem Ganzen immer noch ein Krönchen auf. Mit Glitzer. Selbstverständlich! Weil: Auf dem Boden der mütterlichen Erbanlagen liegt eindeutig zu wenig Glitzer.

Als größter Fan meiner Nachkommenschaft begeistere ich mich auch meistens immer für Dein Treiben und das Deiner Brüder. Als Trio habt Ihr eine Schaffensbreite von A – wie Anzucht von Exoten – bis Z – wie Zeit, mal wieder umzuzuiehen – und treibt mir damit so manches Mal den Groupischweiß auf die Stirn und die -kosten in die Höhe.
Eure Fan-Updates fallen, vermutlich naturgemäß, recht unterschiedlich aus, wobei Deines seit ca. einem Jahr durch lobenswerte Regelmäßigkeit besticht. Was während des Studiums mit einem Jeder Journalist braucht einen Blog begann, dem das Studien-Muss durchaus ablesbar war, entwickelte sich in den letzten Monaten zu einer meiner Lieblingsseiten mit Spaß-, Unterhaltungs- und Inspirationsfaktor. Ganz nebenbei erfahre ich so auch immer Dinge aus dem Leben (m)einer Tochter, die sonst im alltäglichen Trott untergehen würden.

Seit einiger Zeit gibt es in Deinem Blog die Kategorie Leselaunen mit einem wöchentlichen Rückblick. Je öfter ich diesen Rück-Blick las, desto mehr erinnerte er mich an etwas, das ich schon immer wollte: Aufschreiben, was mir wichtig ist. Um mich zu erinnern. In ein paar Tagen, Wochen oder gar Jahren … Was mir heute wichtig ist, ist es vielleicht morgen schon nicht mehr. Was mir heute Spaß macht, langweilt mich in einem Jahr vielleicht. Nur vielleicht.
Ich sehe es inzwischen so: Fotos sind Erinnerungen in Bildern, Texte sind Erinnerungen in Worten. Beiden liegt zugrunde, dass ich sie erschaffe, weil ich den Moment als erinnerungswürdig betrachte.

In diesem Sinne:

Wie war die Woche, Liebling?

Unter diesem Motto gibt es ab sofort quasi meine ganz persönlichen Wochenlaunen. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich jetzt schon vor Neugier fast platze, was ich hier in einem Jahr über mich lesen werde … Was Dir eventuell ein Shopping-Vergnügen der besonderen Art verschafft: Drei-Wetter-Taft für Nackenhaare.

Ich bin sehr dankbar, meine liebste Wiepi. Weil es Dich gibt. Du bist mir Inspiration, Erinnerung und Motivation.
Gerade vier Tage ist es her, dass ich schrieb: Worte haben Macht. Macht zur Veränderung in uns. Manchmal geht es nicht nur schneller, als wir denken, sondern weit über das hinaus, was wir uns vorstellen können.
Du darfst Dich gerne Frau Webers nennen lassen, aber stars, stripes & books ist mehr als nur (D)ein Name. Lass die Sterne funkeln! Die Streifen knallbunt leuchten! Und lass die vielen vielen Bücher Geschichten erzählen.

Geschichten von einer wie Dir, die auszog, das Leben zu lieben und uns davon zu berichten.

20140417_101447

Ich liebe Dich,
Mum

4 Gedanken zu “Liebste Wiepi

  1. Wiebi Peters schreibt:

    Guten Morgen!

    Zuerst: Ich bin nicht zu kurz geraten, ich bin aufs beste reduziert 😛 Des g’hört so! 😀
    Briefe an Blogger finde ich übrigens toll, das solltest du mal weiterverfolgen, vielleicht gibt es ja noch so den ein oder anderen unter uns, den du so toll findest wie Sarah und mich 😛 Das wäre der Hit!
    Übrigens, tolles Bild von euch beiden, mit Krone und so 😛 Sehr gelungen!

    Ich bin seeeeehr gespannt, was deine persönlichen Leselaunen so an den Tag bringen werden. Wann gibt es die ersten? Diesen Sonntag? Direkt im Zuge des familiären Osterurlaubs? 😉

    :*
    Die Tochter.

    Gefällt 1 Person

    • Barfuß unterm Regenbogen schreibt:

      Moin die Dame,

      Briefe an Blogger, hmmm? Vielleicht gar keine so verkehrte Idee. Ich werde sie mal im Hinterstübchen behalten. 🙂

      Ja, das Bild … hab ich lange nach gesucht. Nach einem passenden. Und ich meine sogar, dass Du es gemacht hast. 🤭

      Die erste Wochenlaune ist schon online. Mach Dir nen Käffchen und lies los. Vielleicht brauchst auch zwei Tassen. Gab irgendwie viel zu erzählen. 😁
      An Ostern selbst schreibe ich wohl eher keine, family geht vor. Wobei – wenn wir gemeinsam schreiben? Das wäre doch auch mal was anderes. 🤩

      Freue mich auf Dich und Deine Brüder und das gemeinsame Wochenende.
      Bis dahin Küssi,
      die Mum 😘

      Gefällt 1 Person

      • Wiebi Peters schreibt:

        Moin!

        ich hab grad gelesen: Freue mich auf dich und deine Bücher! Jup, auf die freu ich mich auch 😛 Aber die Brüder kann ich selbstverständlich auch mitnehmen! 😀
        Gemeinsam schreiben? Ob das klappt? vermutlich bin ich fertig, wenn du den ersten Satz schreibst 😛 Du hast wirklich immer wahnsinnig viel zu erzählen, wenn ich mir deine letzten Posts so anschaue 😉
        Ich weiß gar nicht, ob ich das Bild gemacht habe, müsste ich wohl mal in meinen Archiven schauen – da findet sich bestimmt so einiges 😉

        So und nun ab auf die Arbeit.
        Die Tochter ❤

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