Poster, FlipFlops & Kanonen

Diese Woche meinte der Göttergatte das zu frühe Wachwerden nicht nur wiederholen sondern auch gleich umsetzen zu müssen. 3:54 Uhr – raus aus den Federn! Immerhin waren wir schon bei Dienstag angelangt. Der frühe Vogel mit dem Wurm? Ha! Ein Weichei! Ein Nest bauen, ein..zwei..drei Eier legen, ein Bad in der Vogeltränke, fröhlich zwitschernd die Welt erwecken und DANN nen Wurm fangen – DAS wäre ein Vogel namens Göttergatte. In der Menschenwelt sah das ähnlich aus. Bad(besuch), Socke mit Loch angezogen, nach einem dezenten Hinweis meinerseits SCHATZ↓! wieder ausgezogen, ersetzt, Wäsche in die Box im Keller gebracht, ein Paket versandfertig gemacht, Frühstück vorbereitet. Zwischen zwei Happen Wurm Joghurt/Müsli fiel ihm das Zwitschern ein. Im Frühtau zu Berge wird aber nix, wenn man(n) den Weg Text nicht kennt. Tourguide Google half ihm nach kleiner, wenn auch nicht ganz verkehrter, Autokorrektur-Verständigungsschwierigkeit I’m Frühaufsteher fix auf die Sprünge, und schon zog jodelnderweise ein Kinderchor an unserem Frühstückstisch vorüber. Der letzte Ton war kaum verklungen, da hoppste Otto flink und putzmunter direkt hinterher, um auch ein bisschen vom einzufangenden Sonnenschein abzukriegen.

Otto und der Göttergatte. Da gab’s dann kein Halten mehr. Höchst motiviert von der Berggipfelkletterei murmelte er summend was von On my way to mars. Ok, ich geh mal die Raumanzüge aus der Ankleide holen … Kinners, hier wird das nie langweilig. Bis 5:30 Uhr hatte ich bereits Englisch- und Musikunterricht absolviert, eine multi-kulturelle Begegnung während einer Berwanderung erlebt und war schon fast auf dem Weg zum Mars, als dem Göttergatten einfiel, dass er vorher noch g’schwind im Büro vorbeischauen muss. Und das alles VOR dem ersten Kaffee! Dieser Mann ist schlimmer als 148.713 Mails-Checker Tim Bendzko.

 

Thank you for the music

Bis zum Mars hatten wir es zwar nun leider nicht geschafft, dafür hat der Göttergatte mich an ein gerne, aber lange nicht gehörtes Lied erinnert.

Insgesamt hatte ich ja das Gefühl, der Woche fehlten so ein..zwei Tage. Kaum begonnen – zack – schon war Wochenende. Ich stellte mir nicht nur einmal

 

Die alles entscheidende Frage

Hallo Zeit, wo biste hin? Diese Frage scheint irgendwie zum Dauerbrenner zu avancieren, sie taucht in den Wochenlaunen zum zweiten Mal innert drei Wochen auf. Entweder ich sollte intensiv über mein Zeitmanagement nachdenken oder … Jaaa, ööhm, über mein Zeitmanagement nachdenken. Mangels Alternativen.

 

Öfter mal was Neues

Davon gab es diese Woche eine gaaanze Menge. Sowohl im Gärtchen als auch im Haus. Im Essbereich und im Schlafzimmer sind neue Poster eingezogen. ENDLICH. Leere Bilderrahmen sind in unserem Haushalt quasi ein Running Gag. Nicht erst einmal hat der Göttergatte in akribischer Maßarbeit ganze Etagen mit leeren Rahmen bestückt und beim nächsten Umzug exakt so wieder von den Wänden genommen, während er mich wiederholt mit süffisanten Blicken beschenkte. Bildersuche ist ein von mir sehr wörtlich genommener Begriff. Und wenn sie nicht gestorben ist, dann sucht sie noch heute … Nachdem aber nun neulich erst die letzen beiden fehlenden Rahmen im Wohnzimmer bebildert wurden und ich aktuell mit gleich fünf Postern nachgelegt habe, wurde der Göttergatte sichtlich unruhig: Was passiert, wenn tatsächlich alle Rahmen ihren Daseinszweck erfüllen? – Vielleicht sollte ich ihn dahingehend beruhigen, dass allein im Büro derzeit noch acht Bilderrahmen ‚offen‘ sind, zwei weitere in der Ankleide. Von den Flurwänden über drei Stockwerke ganz zu schweigen. Kein Grund, nervös zu werden …

Der brave Ich-bin-hier-regelmäßig-Leser hat vor zwei Wochen Kenntnis genommen von einem innenarchitektonischen Fehlplanungs-Desaster. Stichwort Küchenecke. Oder Plüschteppich. Je nachdem, was hängen geblieben ist. Ich habe ja beschlossen, meine Gehirnwindungen in Zukunft gar nicht mehr lange mit gestaltungstechnischen Lösungsversuchen zu strapazieren, sondern das Design-Problem direkt hier zu plazieren. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Kennt Ihr. Oder?
Kaum gepostet, hatte ich eine Idee und H&M nen neuen Teppich im Shop. Ich musste nur noch den Bestell-Button drücken. #kannich

cof

cof

Zum ersten Mal seit Einzug bin ich mit dem Blick in diese Ecke nicht nur zufrieden. Neihein. Er gefällt mir sogar ausgesprochen gut. Und das will was heißen!

Und schließlich war da noch das noch Projekt Kräuter-Kisten. Nix Großes. Dafür Laaangandauerndes. Manchmal hab‘ sogar ich geistige Fehlplanungen. Die Idee war, einen ziemlich großen Kasten durch mehrere kleine Boxen zu ersetzen. So weit, so gut. Erst machte das Wetter nicht so recht mit. Dann (erstens) stellte ich fest, die Boxen – sprich alte Weinkisten – haben noch keine Ablauflöcher. DAS war Aufgabe vom Göttergatten. So von wegen Daseinsberechtigung. Man könnte es auch frauliche Bequemlichkeit nennen. Aber ICH bin ja nicht man, nä. Dann (zweitens) fehlten die Kiesel. Für die Drainage. Muss ja alles seine gärtnerische Ordnung haben. Dann (drittens) brauchte ich noch weitere Kräuter, weil mehr Platz als gedacht in den Kisten. Und kaum dass ich endlich anfangen konnte, schlug das Wetter wieder um. So kommt es, dass unser kleines feines Gärtchen inzwischen daherkommt wie ein outgesourcter Bereich des BER.

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Nein! Dieses Bild war ursprünglich kein geplantes und für den Post vorgesehenes. Es war eher ein Lagebericht für eine Freundin via Whatsapp.
Morgen geht es übrigens in eine neue Runde DIY-Kräuterkästen.

 

Und sonst so?

Samstag waren wir im Kino. Spontan. Und gegen den Strom. Während derzeit alle Welt in den Krieg um die Infinity-Steine zieht, entschieden wir uns, Parzival bei der Suche nach dem Easteregg zu unterstützen. Zum zweiten Mal. Nicht, dass wir es beim ersten Versuch nicht schon gefunden hätten. Aber nachdem wir den Weg durch die OASIS nun kannten, konnten wir uns auf die vielen und unglaublich ausgeklügelten Details konzentrieren, die den Film u. a. so sehenswert machen. Ich vermute allerdings, dass wir Spielbergs neues Meisterwerk dennoch so ums eine oder andere Mal mehr anschauen dürfen, bis wir tatsächlich alle Bausteine zusammen gepuzzelt haben. Sci-Fi-Tetris. Sozusagen.
Mit dieser Filmauswahl hatte ich den Göttergatten in doppelter Hinsicht überrascht. Zum einen, dass ich den Film überhaupt in Erwägung zog und zum zweiten, dass ich ihn direkt in Folge wiederholt sehen wollte. Letzteres ist bisher erst bei einem einzigen Film, nämlich Avatar, vorgekommen. Wobei derzeit ja so einige gute Filme laufen. Black Panther war gaaanz nah dran, ein Wiederholungstäter zu werden. Ich sinniere noch. Eventuell schauen wir doch erst noch bei Thanos vorbei. Irgendeiner muss doch dem Jungchen verklickern, dass er hier nicht einen auf großen Weltzerstörer mimen muss. Das schaffen wir Menschen schon ganz prima alleine … ^^

Der Sonntag hat hier bei uns ein sonnenstrahlendes, FlipFlop-reifes Wochenfinale hingelegt. Vorgeschmack auf einen hoffenlich langen und warmen Sonnen-Sommer. Nachdem Petrus die Nacht zuvor ein ohrenbetäubendes Gewitter mit Sturzregen-Einlagen zum Besten gab, fiel unser geplantes Terrassen-Frühstück zwar sprichwörtlich ins Wasser, unserer superguten Laune tat dies jedoch keinen Abbruch. Ein Kaffee-Besuch bei der Nachkommenschaft stand auf dem Plan, vorweg der unabdingbare Spaziergang durch einen der schönsten Kurparks, die ich kenne. Schlendern, stehen bleiben, staunen und das Ganze in Dauerschleife.

Bis schließlich die Nachkommenschaft eine Vermisstenmeldung funkte, die der Göttergatte dahingehend kommentierte, dass ich nicht immer und unbedingt jeden Grashalm persönlich begrüßen müsste. Dürfte schon. Also gut. Funkspruch an die wartende Kaffeerunde und Rückweg marsch! Auf halber Strecke begann der Kanonendonner. Die Lieblingstochter hatte uns bereits berichtet, dass selbiger tags zuvor eine Auto-Warnanlage aus- und Putz von den Café-Hauswänden ihres Zweitarbeitgebers ablöste.  Ich stellte dies nun nicht unbedingt in Frage, vorstellen konnte ich es mir jedoch wiederum auch nicht so recht. Jetzt schon. Kinners, es war ja irgendwie bekloppt. Der Lärm war ohrenbetäubend. Das Gewitter war pippifax dagegen. Und die Druckwellen hatten das Zeug, Herzschrittmacher quasi zeitgleich auf Null-Linie zu setzen und zu reanimieren. Aber statt Hackengas zu geben, um Herz und Gehörgang zu schonen, standen wir mit offenen Mündern und Kulleraugen wie angewurzelt neben dem Kanonenzirkus, offiziell übrigens Salutschießen zu den St. Georgstagen genannt.

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Schlussendlich haben wir es ziemlich verspätet, aber immerhin heil an die Kaffeetafel geschafft. Sehr zur Freude der Nachkommenschaft. Ob nun wegen unserer Unversehrtheit oder des Kuchen sei mal dahingestellt.

Den Abend und damit auch die Woche haben wir daheim ausklingen lassen mit diversen Köstlichkeiten vom Grill. Total entspannt inmitten von Kisten, Töpfen, Eimern, Dreck, Pflanzerde, Kieseln und sonstigem Gärtnergedöns.  Wie heißt es doch so treffend: Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot.

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine aufregende Woche. 🖤

 

Nach-Gedacht

„Wenn du immer alle Regeln befolgst, verpasst du den ganzen Spaß.“

(Katharine Hepburn)

 

Und wenn man das Leben nicht mit einem Augenzwinken nehmen kann, auch.

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4 Gedanken zu “Poster, FlipFlops & Kanonen

  1. André Scheu (@redgelini) schreibt:

    Oh ja, „Im Frühtau zu Berge“ war klasse. Die Nachkommenschaft durfte ja auch „live“ daran teilnehmen – auch wenn sich die geteilte Begeisterung in Grenzen hielt.

    Der Link zum „Mars“ ist aber sehr schön. Eine wundervolle Erinnerung…

    Hinsichtlich der Deko greift nach wie vor da Motto: Nichts ist beständiger als die Veränderung. Und da ist ja dann kein Ende in Sicht..🙄

    Aber die Kanonen waren schon der „Knaller“! 💣 Da legt’s Dir sämtliche „Wadenhaare“ an 😂😎

    Gefällt 1 Person

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