Sieben Gründe, warum ich den November liebe

Erstens

Der Monat beginnt mit einem Feiertag. Zumindest in dem Teil Deutschlands, wo ich zuhause bin. Ausgeschlafen und mit einem Sonntagsfrühstück in einen Wochentag zu starten – mehr Worte braucht es nicht. Einzig die Variante Feiertag im Pyjama wäre noch erwähnenswert. Macht so manch einer offensichtlich mit schöner Regelmäßigkeit, und irgendwie würde ich da gerne mal mitmischen. Es hat dummerweise nur noch keiner den Schaffell-Pyjama erfunden. Und ohne den … no way. Ich frier mir doch nicht den Poppes ab … !

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Zweitens

Halloween ist vorbei. Und damit können wir wieder ohne Schaden für Leib und Seele vor die Haustür. Während sich unsere Begeisterung für den Kürbis-Zirkus auf ein paar Baby-Boo‘s beschränkt, ist die unserer Nachbarn unübersehbar und nimmt Jahr für Jahr größere Ausmaße an: Aragog bezieht pünktlich Anfang Oktober sein Gästequartier im Küchenfenster oben rechts, sein Zwillingsbruder hängt derweil draußen unterm Vordach ab; hinter der Hecke schraubt sich Mr. Bones aus dem sonst nagelscherengepflegtem Rasen mühsam gen Licht, um seine morschen Knochen mal wieder durchzulüften, und in der Konifere treibt ein Ich-konnte-mich-nicht-entscheiden-was-ich-sein-wollte-Kürbisgerippe sein Fremdschäm-Unwesen. Ein Mitglied dieser illustren Runde glänzte diesjährig allerdings unerwartet und ohne Nennung von Gründen durch Abwesenheit, was (zumindest) ich mit einem tiefen inneren Aufatmen zur Kenntnis nahm. Vor zwei Jahren tauchte es erstmalig und ohne Vorwarnung auf, machte es sich auf dem nachbarlichen Küchentresen bequem und starrte den Göttergatten, der morgens halb sechs ahnungslos auf dem Weg zur Arbeit seinen Fuß vor das stockdunkle Haus setzte, mit seinem infernalischen Joker-Grinsen an. Fast wäre der Göttergatte einem Herzkasper erlegen. Man mag uns also nachsehen, dass, wenn am 31. alles zum großen Showdown bläst, unsere Freunde ein wenig anders geartet ist.

 

Drittens

November rain. Ich liebe tatsächlich das Wetter um diese Zeit. Vorausgesetzt, ich habe vier Wände um mich herum und ein Dach überm Kopf. Die warme Heizung nicht zu vergessen. Novemberwetter hat etwas Magisches, nahezu Mystisches. Und Beruhigendes. Egal, ob es stunden- oder gar tagelang regnet, der Sturm um die Hausecken pfeift oder der Nebel sich wabernd im Gärtchen ausbreitet.

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Mit der Gewissheit bestens geschützt zu sein, beobachte ich in tiefer Dankbarkeit das ewige Treiben der Natur, stets verbunden mit der leisen Hoffnung auf baldigen Schnee.

Ich liebe es, wenn die tiefstehende Sonne spät am Tag aus dem Nebel bricht, die Natur für einige Stunden in schimmerndes Feen-Licht taucht, um dann die Blaue Stunde jeden Abend etwas früher einzuläuten. Die Natur begibt sich zur Ruhe und ich stehe ihr in nichts nach gebe mein Bestes, diesem natürlichen Rhythmus zu folgen. So gerne, wie ich im Sommer im Gärtchen wusele, so ausdauernd findet man mich nun beim Nichtstun Lesen, Schreiben und … Filme gucken. So Friede-Freude-Eierkuchen-Schnulzen mit ganz viel Freundschaft und Liebe und Happy End. Und Schnee. Und Weihnachten.

 

Viertens

Endlich wieder Zeit zum Kuscheln! Kerzen über Kerzen. Und selbstverständlich Lichterketten. Plüschdecken in jeder Sofaecke und Schaffelle kreuz und quer im Haus. Reihenweise Sofakissen. Warme Wollsocken und meterlange Schals. Gewürz-Tees von früh bis spät und heiße Schokolade mit sooo viel Sahne. Schokoäpfel und … jep – erste … Lebkuchen. Vielleicht auch schon Weihnachtsmandeln. Ganz sicher aber, und da führt kein Weg dran vorbei, die Dominostein-Flatrate. Bis der Supermarkt keine mehr hergibt.

 

Fünftens

Und all das bedeutet: Die Vor/Weihnachtszeit rückt in greifbare Nähe. Die schönste Zeit des Jahres überhaupt. Ich will ja nicht sagen, Weihnachten könnte das ganze Jahr sein … Doch will ich. … Ich bestreite also den alljährlichen mehrtägigen Kellertreppen-Marathon, um den Weihnachtsschmuck peu à peu in die darüber liegenden Etagen zu verteilen.

Erste Adventsmitbringsel und Weihnachtsgeschenke wechseln aus den Ladenregalen auf unseren Küchentisch, werden dort mahlzeitenbedingt mehrfach hin- und hergeschoben, bis nix mehr zu schieben geht und wir im Wohnzimmer speisen müssen, bis sie endlich hübsch verpackt ihre kleinen bis größeren Reisen antreten dürfen.

So werkel ich voller schönster (Vor)Freude durch den November, bis dann pünktlich zum Ende des Monats Haus und Gärtchen in diesem ganz besonderen Glanz und Zauber erstrahlen. Im Weihnachtsrundbrief von 2010 an die Familie las sich das so:

Und im Haus sind derweil die Kerzen aufgestellt, die Sterne hübsch verstreut, die Tannenzeige mit Kugeln verziert, die Engel anmutig drapiert. Die Plätzchen-Bäckerei hat ihren Dienst aufgenommen (diebische Kinderfinger gleichwohl) und Vanille, Zimt & Co. hüllen unser Heim in diesen unvergleichlich wohligen Weihnachts-Duft. Nüsse knacken, Kaminfeuer prasselt, Geschenkpapier raschelt (heimlich), und der CD-Player untermalt – mit hingebungsvoller Unterstützung meiner Stimmbänder – die ganze Szenerie mit vertonten Schneeflocken und melodischem Winter-Weihnachts-Glitzer. Oh, wundervolle Zeit…!

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Sechstens

Endlich wieder Weihnachtsmarkt! Bratwurst und Glühwein Kinderpunsch, heiße Waffeln und Kreppelchen, Glitzern, Funkeln, Budenzauber. Ich liebe Weihnachtsmärkte.

 

Siebtens

Der Monat endet schließlich so so wundervoll, wie er begonnen hat. Mit einem Feiertag. Meinem höchstpersönlich eigenem, bekrönt mit Geschenken. An dem der Göttergatte extra frei nimmt, um mir zu huldigen und mich zu verwöhnen. Mit oder ohne Tam-Tam – ich liebe diesen gemeinsamen Tag. Ganz besonders, wenn er, stattfindend an einem Sonntag, hochoffiziell die Adventszeit einläutet. Ich bin nämlich ein Sonntagskind, geboren an einem schneeflockenumtanzten ersten Advent in frühmorgendlicher vorweihnachtlicher Stille. Einzig die Kirchenglocken verkündeten freudvoll die Ankunft eines kleinen Engels. Oder wie es der ehrenwerte Doktor seinerzeit (und meiner Haarpracht wegen) formulierte: Wat ein schwatten Düwel. (Was ein schwarzer Teufel.)

21Ein Empfang besonders liebreizender Sorte. Immerhin … der Doktor hatte insofern recht: Teuflisch kann ich. Aber das weiß niemand.

Ganz besonders liebe ich meine Geburstage, die auf den Ersten Advent fallen. Übernächstes Jahr wäre es wieder soweit, wäre es nicht dummerweise ein Schaltjahr. So muss ich mich nun noch sieben Jahre gedulden. Zweitausendfünfhunderteinundsiebzig Tage. Ganz schön viel Zeit. Für all die wunderbaren Dinge im Leben. Wie Schnee. Zum Beispiel. Pünktlich zum Adventsbeginn. So wie letztes Jahr. Das wäre toll.

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Denn so wundervoll wie der November endet, beginnt der Dezember … mit leuchtenden Augen und Liebe-vollem Herzen, weil

 

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2 Gedanken zu “Sieben Gründe, warum ich den November liebe

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