Dritter Dezember

Morgenb1

Der erste Dezember ist vorbei. Der erste Advent ebenso. Da können wir Häkchen dran machen. Heute beginnt nun das letzte Erste in diesem Dezember – die erste Adventswoche. Und ich hoffe mal, sie bringt Weihnachtsstimmung mit. Schnee könnte helfen. Oder zumindest winterliche Temperaturen. Das hat letztes Jahr deutlich besser geklappt. Pünktlich zum Monats- und Adventsbeginn.

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Man könnte meinen, der Wetterdienst hat ne Meise seinen Einsatz verpasst. Hallo! So ↑ geht das!

Apropos Vogel. Den haben wir auch. Manchmal sogar den einen oder anderen mehr. Denen ist der Advent ja piepegal. Das Wetter vermutlich auch. Sie nehmen, wie’s kommt. Einen Sonnenblumenkern hier, ein Hirsekorn da. Praktisch … so eine Futterstation.
Wir haben seit langer Zeit schon ein Vogelhäuschen, das Jahr um Jahr im Gärtchen steht und uns herrliche Momente beschert. Besser als jedes Fernsehprogramm.

Wobei diese Art der Bespaßung an geeigneten Plätzchen ja ganzjährig zu bekommen ist. Vor einigen Jahren, wir wohnten seinerzeit in einem Ort mit mehr Kühen als menschlichen Einwohnern, inspirierten sie mich zu folgender Frage:

Habt Ihr einen Vogel?

〉〉 Wir schon, sogar ziemlich viele und davon große und kleine, die in einer Art multi-kulti-WG in unserem geräumigen (Winter)Garten wohnen. Einige düsen dort wie Jets durch die Gegend, andere rotieren wie kleine Luftquirle durch Beete und Sträucher, und wieder andere gondeln gemächlich von Baum zu Baum. Manche von ihnen nutzen unsere Freiluftanlage gar als Übungsterrain für diverse Extremsportarten. Da finden sich die kleinen Wagemutigen, die Bungeejumping zum Nonplusultra erklärt haben. Wie kleine Federbäusche lassen sie sich von den Ästen fallen, um erst kurz über dem Boden durchzustarten. Und sie sind spitze darin – ich habe zumindest noch keinen ins Gras beißen sehen. Dann gibt es die absoluten Kletterfreaks. Haste-wasde-kannst jagen sie trippelnd die Baumstämme hoch, als gelte es zu beweisen, dass ihre Flügel nur schmückendes Beiwerk wären. Erwähnenswert ist dabei unbedingt ihre Wendigkeit, die sie sehr geschickt einzusetzen wissen, um nicht an diversen Ästen zum Boomerang zu mutieren. Und obendrein sind sie bewundernswerte Bremser, die in Höchstgeschwindigkeit selbige gen Null reduzieren, um am Ast- oder Stammesende nicht unfreiwillig den Rückweg per Sturzflug anzutreten. Nicht zu vergessen sind schließlich die Rasenhüpfer. Flummigleich  hopsen sie kreuz und quer über unser  Grün Marke englisch-alternativ, als entsprängen sie einer Kreuzung aus Kängurus und Feldkarnickel. Allesamt sorgen sie für stete und ständige Boden- und Luftbewegung, die zu unserer allgemeinen Erheiterung und der Fitness unserer zwei Katzen beiträgt.
In der kalten Jahreszeit verlagern sie ihre Körperertüchtigungsübungen mit wachsender Begeisterung vor unser Küchenfenster, was zweifelsohne mit den zwei Futterstationen zusammenhängt, die wir dort angebracht haben. Wie kleine Artisten turnen sie über den mit Meisenknödeln bespickten Futterring oder den Sonnenblumenkernenapf. Zu den Stoßzeiten geht es dort dann zu wie auf einem Großraumflughafen: Starts und Landungen im Sekundentakt, und nicht selten muss einer der Piloten Schleifen fliegen oder durchstarten. Die meisten Piepser halten sich bei Futteraufnahme an die Durchreisetaktik: landen, Fracht aufnehmen, starten. Aber auch bei dieser Spezies beobachten wir hin und wieder Vertreter ähnlich der menschlichen Gattung Egoist, die nach der Devise „Jedem das Seine und mir das Meiste“ verfahren. Mit einer Seelenruhe hocken diese in der Einflugschneise und picken hier ein Körnchen … da ein Körnchen, ohne sich um die allgemeinen Flughafenbestimmungen zu kümmern. Feindliche Übernahmen konnten wir bisher dennoch keine beobachten.

Obwohl uns die Federlinge mittlerweile durchaus ans Herz gewachsen sind, haben wir bisher davon abgesehen, jedem einzelnen einen Namen zu geben. Sie sind sich größtenteils so ähnlich, dass wir sie vermutlich eh ständig verwechseln würden. Der Einfachheit halber haben wir sie deshalb kurzerhand in Familien mit für uns hohem Wiedererkennungsfaktor aufgeteilt. Unsere Lieblinge gehören beispielsweise Familie der Gelbbauchspatzen an. Wissenschaftlich nicht unbedingt relevant, dafür einmalig.
Nur einer sticht ob seiner geraspelten Haartracht aus der ganzen Branche hervor und macht die stets gerühmte Ausnahme: Alfons. Selbstverständlich ist es purer Zufall, dass wir einen Nachbarn gleichen Namens haben… 〈〈

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Ganz so viel Trubel erlebt das hiesige Gärtchen nicht. Das Kommen und Gehen ist  durchaus entspannter, deswegen aber nicht weniger amüsant, auch ohne  Alfons.
Übrigens, der Alfons hat eine Frau … also der Nachbar der Vogel vielleicht auch … die meine Lieblingsnachbarin war. Und mit ebenjener gab seinerzeit eine nette kleine vorweihnachtliche Begegebenheit. Aber die erzähle ich Euch ein andermal.

Für heute wünsche ich Euch einen guten Start in die neue Woche. Lasst Euch nicht von der bereits allgegenwärtigen Weihnachtshektik anstecken und …  immer schön die schrägen Vögel im Auge Blick behalten. In diesem Sinne

 

Have a Holly Jolly Christmas

 

 

Britta

 

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