Fünfter Dezember

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Ich gebe es offen zu: Ich liebe Weihnachtsdeko amerikanischer Art! Nicht den neumodischen Plunder, sondern die klassische rot-grün-goldene Dekoration. Girlanden, Schleifen, Kugeln, Kissen … einmal quer durch das ganze Haus. Der obligatorische Weihnachtsbaum, bei dem man vor lauter Behang keine Nadeln mehr sieht. Der Vorgarten samt Hauseingang mit Lichterketten und Kränzen geschmückt … Einmal in meinem Leben möchte ich in solcher Umgebung Weihnachten feiern! Zweimal ist auch ok.

Nun könnte manch einer auf die Idee kommen und sagen selber machen. Tja, das sagte ich mir auch. Früher mal: Irgenwann. Vermutlich aber eher im nächsten Leben. Denn zwei entscheidende Dinge kamen unerwartet dazwischen. Monochromie und Minimalismus.
Ich liebe  Farben, nach wie vor. Und Geklüngel. Nur nicht mehr in meinen eigenen vier Wänden. Deswegen ist das Irgendwann zum Irgendwo mutiert. Und Weihnachtsdeko zur Herausforderung.

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Vor einem Jahr stand ich zum ersten Mal mit all den Kisten voller Weihnachtskram ratlos in meiner Kommandozentrale Küche. Das Verteilen von viel Schnick und noch mehr Schnack in die verschiedenen Räumlichkeiten hat von jeher mehrere fröhliche, mit Weihnachtsmusik bedudelte, Tage in Anspruch genommen. Plötzlich dauerte das Ganze aber aus einem völlig anderen Grund noch viel länger: Mir fehlten die Ideen. Nichts wollte zueinander passen. Alles sah irgendwie doof aus. Weder das eine noch das andere Weihnachtslied half aus der Misere, und als nicht mal mehr die Erinnerung an Last Christmas in Dauerschleife irgendeinen Inspirationsfunken sprühen ließ, wollte ich schon wieder einpacken. Bis mir beim tiefergehenden Betrachten meiner Einrichtung schließlich so ein Gedanke kam: Weniger. Weniger Farbe, weniger Deko.

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Was sich in den Wochen zuvor schon in der Umgestaltung unserer Räume zeigte, zog offensichtlich deutlich größere Kreise als erwartet. Und unerwünschte noch dazu. Mein gut dreißig Jahre konsequent gelebter Einrichtungsstil hielt hier nämlich strikt dagegen und forderte permanent sein Gewohnheitsrecht. Da stand ich dann: Mach was draus. Zusammengefasst lässt sich sagen: Kompromisse kann ich jetzt.

Dieses Jahr hab ich die Kisten gar nicht erst hoch holen wollen. Nicht, dass mir die Lust gefehlt hätte. Ich war wie gewohnt voller Endjahresfeierlichkeitsdekorationsfreude. Mir war nur von vornherein klar: Es darf ein wenig mehr sein. Mehr Minimalismus als letztes Weihnachten.

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Ich hab die Deko also direkt im Keller gesichtet. Das war zumindest der Plan. Nachdem ich dann allerdings zum x-ten Mal die Treppen runter und wieder rauf bin … eine Saison minimalistische Kompromisse macht dummerweise keinen Meister … hatte ich dann doch Einsehen mit meiner mangelnen Kondition habe ich der Reihe nach immer ein – zwei Kisten in die Küche gestellt und ausprobiert, wie viel/wenig Deko ich aushalte. Versuch und Irrtum umschreibt mein Unterfangen ziemlich treffend.

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Zwischenzeitlich habe ich beinahe schon geglaubt, Heiligabend wäre schneller da, als ich fertig würde. Nun habe ich aber doch … fast … alles an Ort und Stelle und bin gespannt, wie lange das gut geht.

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Gerade das Wohnzimmer kommt für meinen bisherigen Geschmack sehr reduziert daher. Allerdings scheiterte jeder Versuch einer üppigeren Ausgestaltung. Kaum dass ich zusätzlichen Schmuck plaziert hatte, plärrte ein inneres Stimmchen: Mach das wieder weg!

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Und so ist es, wie es ist. An manchen Tagen guck ich das ganze Ensemble etwas schräg an, doch an den meisten anderen passt es. Und außerdem – sollte es mich doch noch mal packen – kann ich ja jederzeit noch ne Schippe Kugel obendrauf legen. Vielleicht auf den Couchtisch …

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… Oder auch nicht. Ich bin sooo entscheidungsfreudig. Tatsache ist, es gibt genügend Kerzen. Allüberall. Minimalismus hin oder her. Und wenn die an sind, ist alles andere fast egal. Schlussendlich geht es ja auch nicht um Geglitzer, sondern um Beleuchtung. Erleuchtung? Wie auch immer. Hauptsache hell.

In diesem Sinne …

Ich wünsche Euch einen lichtvollen und vor allem entspannten Dezembertag.

 

 

Britta

 

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