Siebter Dezember

Morgenb1

Ich liebe es Geschenke zu machen. Sobald ich irgendwo etwas Schönes sehe, fällt mir garantiert jemand ein, dem ich dieses Etwas schenken könnte. Weihnachten ist also geradezu prädestiniert für meine Freude an der Freude.

Vor ein paar Jahren hingegen nahmen die Vorbereitungen zur Bescherung unerwartet chaotische Ausmaße an. Also mehr als üblich. Dabei lief anfangs alles nach Plan. Nach besten Erfahrungen mit einer virtuellen Wunschliste hatte ich kurzerhand die mir im Vorfeld mitgeteilten Weihnachtswünsche der Nachkommenschaft zur besseren Übersicht und  Abarbeitung in eine solche platziert und gut war’s. Dank Internet war ich in der Lage, alles entspannt von zu Hause aus zu arrangieren.

Nicht, dass ich nicht gerne shoppen gehe – im Gegenteil. Ich habe ja die Szene in Pretty Woman, in der Frau Roberts mit der Kreditkarte des überaus großzügigen Herrn Gere in die Stadt marschiert und mit NICHTS (!) zurück kommt, immer für unrealistisch gehalten. Das kann sich doch nur ein Mann ausgedacht haben.
Aber ich schweife ab. Also … Shopping – ja. Nur nicht unbedingt um diese Jahreszeit. Da ist mir die Bummelei einfach zu nervig, was das ewige An- und Ausgeziehe anbelangt.

Meine werte Frau Mama nannte mich als Kind Frostbeule, was, wie ich heute weiß, durchaus Vorteile mit sich bringt. In Frostschutzmontur erreiche ich bei wärmeren Temperaturen wesentlich später meinen Siedepunkt als die meisten mir bekannten Mitmenschen. Gut betucht mit Jacke, Schal und Handschuhen geht es also rein ins Geschäft. Jacke auf, Schal auf, Handschuhe aus, selbige in Tasche stopfen, um die Hände frei zu haben, Geschäft begutachten – und, solange ich nix kaufe, bleibt auch alles easy: Schal zu, Jacke zu, Handschuhe aus der Tasche kramen und wieder anziehen, raus aus dem Geschäft. Diese Version des Einkaufens praktiziere ich jedoch höchst selten. Stadtbummeln im Winter ist Hardcore-Shopping: Rein ins Geschäft, Vorgehensweise wie eben beschrieben bis zu dem Punkt, an dem ich Etwas genauer in Augenschein nehmen möchte und sich meine Ladenverweildauer zu verlängern beginnt. Unweigerlich gerate auch ich ab einem gewissen Zeitpunkt ins Schwitzen und damit in die Zwickmühle. Behalte ich die Jacke an, droht mir ein Hitzschlag, ziehe ich sie aus, habe ich nur noch eine Hand frei, um das Objekt meiner Begierde in die Finger zu kriegen. Allein die Erfahrung lässt mir keine Wahl. Schwitzen ist ein Zustand, den ich so selten erleide, dass ich darin keinerlei Ausdauererfahrungen habe. Mein Stresspegel steigt daraufhin innerhalb kürzester Zeit in astronomische Höhen, was Kurzschlussreaktionen in Form von Spontankäufen mit Nichtsnutzfaktor zur Folge hat.

Ergo entledige ich mich meiner Jacke, die ab sofort die Funktion des lästigen Handgepäcks übernimmt. Sobald ich sie irgendwo ablege, um doch mit beiden Händen zufassen zu können, so ein Kaufobjekt will schließlich liebevoll  befühlt und ertastet werden, muss ich nun daran denken, sie anschließend wieder aufzusammeln. Und DAS klappt nicht immer … Die Varianten Bauchbinde und Knieklemmer haben sich bisher stets als äußerst unpraktisch erwiesen. Erstere führt hin und wieder zum ungewollten Aus- und Abräumen von Regalen und Ständern, die Zweite schränkt meine Bewegungsfreiheit drastisch ein und begünstigt obendrein Muskelkater oder, im schlimmsten Falle, Haltungsschäden. Habe ich schlussendlich meinen Einkauf dennoch erfolgreich beendet und meine winterliche Anzugsordnung gemäß Gesundheitsschutz wieder hergestellt, beginnt das Drama kurze Zeit später und einen Laden weiter von vorn.

Als bekennende Freundin des bequemen Einkaufs vermeide ich dieses ungeliebte Prozedere, wann immer es geht und  mache mir aus diesem Grund seit etlichen Jahren die ungeahnten Möglichkeiten des World Wide Web zunutze.

Was immer das Herz begehrt – das Internet hat für fast alles eine Lösung. Google navigiert, die Maus k(l)ickt das Gewünschte in den Einkaufskorb, UPS und Konsorten Kollegen erledigen den Rest. Klingelingeling, die Post ist da … So weit, so gut.

Fortsetzung folgt …

 

Heute ist übrigens ein wunderbarer Tag, um die Menschen um uns herum zu beschenken. Wie jeden Tag. Einfach so. Mit unserem Lächeln, einem lieben Wort, einer Umarmung, einer aufgehaltenen Tür, einer Tasse Tee … Und das, was wir dafür zurück bekommen, ist ein Geschenk für uns.

In diesem Sinne …

Don’t save it all for Christmas

… wünsche ich uns allen einen liebevollen FREUtag.

 

Britta

 

 

2 Gedanken zu “Siebter Dezember

    • Barfuß unterm Regenbogen schreibt:

      Vielen Dank! Ich liebe es auch. 🤪 Ich hab sogar das Privileg, mich immer als Erste über die Texte zu amüsieren. 😀
      Ein paar Texte sind ja schon veröffentlicht. Vielleicht findest Du noch den einen oder anderen, der Dich beglückt. Viel Vergnügen beim Stöbern. 😉

      Liebe Grüße, Britta

      Gefällt mir

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