Elfter Dezember

Morgenb1

Es gibt Dinge, die quasi untrennbar mit der Vorweihnachtszeit einhergehen. Lichterketten, Adventskränze, Last Chrismas – wobei mir der Göttergatte gestern verriet, dass es wohl tatsächlich (Jugend)Radiosender gäbe, die dieses Werk höchster Pop-Kultur auf den Index gesetzt hätten. Hallo?! Wir reden hier von einem symphonischen UND sozialen Weltkulturerbe. Das zugehörige Video ist geschichtsträchtig. Es belegt nachweislich die Zeit, in der soziale Netzwerke vollkommen ohne soziale Netzwerke funktionierten. Ja. Ehrlich. Ich bin so alt, ich hab das noch erlebt. Echte Freunde. Zum ANFASSEN. Und wir sind, ohne dieses ganze technische Geraffel, nicht vor Langeweile zugrunde gegangen. Wir haben zusammen gespielt und gelacht und getanzt … von Angesicht zu Angesicht, dass wir uns richtig verstehen, nä … und gesungen. Aus ganzem Herzen. Alle gemeinsam. Schräg und vielstimmig, aber hey! Was hatten wir für geile Last Christmasses! Und erst die vielen Jahre vor und die Monate zwischen den Wham-Dauerschleifen … Wer um alles in der Welt setzt so etwas auf einen Index? In ausgrechnet der Jahreszeit, in der es um ebendiese Dinge geht: Miteinander, Freundschaft, Liebe, Empathie, Freude. Ich würde wetten, es sind die gleichen Leute, die sich im selben Atemzug beschweren. Über die Jugend von heute, die keine Achtung Ahnung mehr von zwischenmenschlichen Werten hat. Ja, Ihr Knallköppe bedauernswerten Seelen – WIE auch?

So, nun bin ich mal geschwind und ungewollt ganz dezent eskaliert. Und dabei war das alles gar nicht soo ernst gemeint. Aber fast.
Goosfraaabaaa.
Zurück zum Thema. Vorweihnachtszeit. Lichterketten, Adventskränze, LAST CHRISTMAS und äähm … Plätzchen.

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Selbstgebackene. Versteht sich. Von denen es hier bis dato kein einziges gibt. Und das macht mich so langsam doch ein bisschen ganz schön nervös. Soll ich? Will ich? Ja oder nein oder nicht oder doch? Kinners, es wird mit jedem Jahr verrückter. Früher war das überhaupt keine Frage. Pünktlich Ende November war die Weihnachtsbäckerei abgeschlossen und die Plätzchen in Sack und Tüten Dosen. Und was habe ich nicht alles gebacken. In Spitzenzeiten rauschten fünfzehn bis zwanzig Sorten vom Blech.

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Davon kann ich inzwischen nur träumen. Wobei, zugegebenermaßen, diese Menge heutzutage absurd wäre. Die Nachkommenschaft verweilt während der Adventszeit jeweils nur kurzfristig in unseren heiligen Hallen, und zu den Feiertagen wird ohnehin schon so viel gegessen, dass oftmals nicht mal mehr ein lausiges leckeres Plätzchen hineinpasst. Weniger ist mehr gilt inzwischen eben auch unterm Nudelholz. Und genau an dieser Stelle hänge ich mich dann auf. Also rein gedanklich: Welche Sorten?

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◊ Die Top Ten? – Wären schon zuviel.
◊ Einfach die Höchstdotierten der Reihenfolge nach oben, bis genug ist? – Wird vielleicht aber auch langweilig?

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◊ Lieber völlig neue Sorten? Es gibt da so viele herrlich bebilderte Rezepte auf Instagram. – Aaah, aber neu ist immer so eine Sache. Nachher schmecken die nicht. Oder gelingen nicht. Oder gelingen nicht und schmecken deshalb nicht.
◊ Eine Mischung aus (lieblings)alt und (könnteschmecken)neu? – Klingt gut. Und in welchem Verhältnis?
◊ Backe ich zuerst eine neue Sorte? So von wegen Anfangs-Enthusiasmus. – Oder doch erst eine bewährte, um die Routine in Gang zu bringen?

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Es ist eine Krux. Völlig klar, oder? Ich hege so langsam die Befürchtung, dass ich auf diese Art auf keinen grünen Zweig einzigen Teller Weihnachtsgebäck komme. Selbst der Göttergatte weiß nicht so recht, auf welche meiner Seiten er sich stellen soll. Wenn ich backe, ist es recht. Und wenn nicht natürlich auch. Vielleicht möchte ja ER backen? Öööhm … eher nicht. Ich hab es geahnt. Aber es hilft alles nix. So ganz ohne Plätzchen geht es auch nicht. Fehlendes passendes Ambiente ist ja schon grenzwertig. Hatten wir vor Jahren, als wir die Lieblingstochter zum ersten Weihnachstfest in ihrer vorübergehenden Wahlheimat Spanien besuchten: Weihnachtskaffeetisch mit Emaille-Pötten und kackbraunen Glastellern. Aber selbst da gab es Plätzchen, sorgsam im Handgepäck mitgereist. Und sogar Stollen. Ach ne, davon fange ich besser erst gar nicht an. Dann kennt der Göttergatte ganz sicher seine Seite.

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Vielleicht ist es ja das beste, ich leg einfach mal los. Mit … hmmm … Weihnachtsmandeln. Voll die Plätzchen. Kann nix schiefgehen, total easy. Und vor allem fix gemacht. Hauptsache, Motivation und Entscheidungsfreude lassen sich vom Weihnachtsbäckereiduft heranlocken. Hat ja bisher noch bei jedem geklappt. Und wenn nicht, tja, dann … weiß ich auch nicht.
Aber eins weiß ich. Nächstes Jahr mach ich es mir ganz einfach. Ich lade die Nachkommenschaft im November zur Plätzchenverkostung ein. Da ist der Appetit grad in den Startlöchern. Wie dumm aber auch, dass ich dabei zu erwähnen vergesse, dass wir die Plätzchen erst noch backen müssen. Ooops!

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Nejj, ich glaube, wenn ich nach Jahren mal wieder zum gemeinsamen Plätzchenbacken einlade, kommen alle freiwillig. Und gerne. War ja bisher immer ganz lustig.

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Und lecker obendrein. Jep, ich finde, das ist eine ganz hervorragende Idee. Hätte ich auch schon früher drauf kommen können. So vor fünf Wochen. Nun ja, dann eben Vorfreude, schönste Freude.
Und nächstes Jahr um diese Zeit sitze ich mit herrlich duftenden von Kinderhänden selbst gebackenen Leckereien und feinem Tee in meinem Lieblingssessel und singe leise vor mich hin

Last Christmas

Zuckersüße Grüße und einen herrlichen Dienstag!

 

Britta

 

5 Comments on “Elfter Dezember

  1. Guten Morgen!

    Ich sinniere auch schon seit einer Woche, ob ich nun wenigstens Schokokekse backen soll oder nicht. Bisher habe ich zumindest mal Weihnachtsmandeln in den Topf gehauen. Wenigstens etwas.
    Ach. Das Geschirr in Spanien war doch ganz wundervoll! Und die Betten erst! So riiiiiiiiesig! 😀 Das war schon ein verrücktes Weihnachten. Und Silvester erst. Man muss aber nicht alles wiederholen. 😛
    Plätzchen backen wird dieses Jahr vielleicht eher schwierig, aber Mandeln bring ich mit. Wenigstens das. 😀

    Die Tochter. :*

    Gefällt 2 Personen

    • Moin Zuckerschnute,
      oh Gott, ja die Betten. Und all die anderen Dinge … 🤣 Unvergesslich. Zum NICHT Wiederholen, totaaal. 🙈 Und trotzdem war es toll. Vieleicht ja gerade deswegen.

      Prima, dann haben wir ja Mandeln im Überfluss. 😅 Vorschlag: Du quetscht noch irgendwo die Schokokekse in Deinen Zeitplan und ich back auch … weiß noch nicht was. Mir geistern die ganze Zeit Traumstücke im Kopf rum. Wäre doch gelacht, wenn wir da nicht noch was in die Keksdosen zaubern. 😉

      Schönen Dienstag und Küssi 😘
      die Mum

      Gefällt 1 Person

      • Ja, da waren so einige gruselige Dinge in Spanien. 😛

        Joa, hat ja noch geklappt mit Keks und Mandel. Und das, obwohl wir die Mandeln total lange vergessen haben.

        Die Tochter :*

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  2. Wer hat denn das Rezept für die selbstgemachten „choco crossies“ ?
    Das war doch auch nur
    -zusammenrühren => Haufen => fertig => Alle!

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  3. Pingback: Sechzehnter Dezember – Barfuß unterm Regenbogen

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