Sechzehnter Dezember

Morgenb1

am Dritten Advent. Wenn der Heiligabend so kurz auf den Vierten Advent folgt wie dieses Jahr, erscheint mir die Adventszeit immer extrem kurz. Wobei sie, rein rechnerisch, ja jedes Jahr gleich lang sein müsste. Aber Mathe war noch nie so meine Stärke. Nichtsdestotrotz … sie war nicht lang genug, und irgendwie fehlt mir an meiner weihnachtlichen Stimmung noch son büschn was. Genau benennen kann ich es eigentlich nicht. Und uneigentlich auch nicht. Nun ist mir beim Stöbern in alten Fotos eine kleine Bildergeschichte begegnet und beim Betrachten des ersten Bildes hab ich mich gefragt, wie viel same procedure Tradition hat mein Advent?

1

Tja, ohne große Beschönigung Worte: Die Grundstimmung scheint schon mal dieselbe gewesen zu sein.

2

Minimale Veränderungen. Kerzen sind immer ein Muss, sobald die dunkle Jahreszeit beginnt, und ihre Anzahl steigt proportional mit den weniger werdenden Tagen zum Adventsbeginn. Allerdings leuchten sie in der Zwischenzeit nicht mehr ganz so üppig von Dekoration umgeben. Der Minimalismus hat sich dieses Jahr durchgehend behauptet, und was vor drei Jahren noch schier beinahe unvorstellbar war, bekommt mir ausgesprochen gut. Der DIY-Kerzenleuchter hat es nicht auf die Liste der Du-darfst-Dekoration geschafft und hängt – so wie rechts im Bild zu sehen – verpackt im Keller. Obwohl ich ihn immer noch mag und auch noch nicht darüber nachgedacht habe, ihn wegzugeben. Mal sehen, wir ich nächstes Jahr darüber denke.

3

Seinerzeit kam die Musik noch von CD. Der Stapel lag griffbereit zum Durchwechseln, und nachdem die Auswahl kleiner wurde, da ich ca. zur Advent-Halbzeit das eine oder andere Lied nimmer hören konnte, wurden kurzerhand You-Tube-Listen engagiert. Die wiederum diverses Liedgut beinhalteten, das mir normalerweise nicht zu Ohren kommt und bei Erklingen eine Mischung aus steifstehendem Nackenhaar und schiefem Grinsen erzeugte. Ähnlich erging es mir mit einigen Interpreten. Aber auch hier galt, man kann sich an alles gewöhnen, und irgendwann entspannte sich das Nackenhaar, und ich ertappte mich gar beim enthusiastischem Mitjodeln. Inzwischen nutzen wir den Musikanbieter mit dem grünen Kringel, der mir per App gewünschte Liedlisten fleißig in meine jweiligen Aufenthaltsgebieteräume nachträgt und so ergiebig dudelt, bis ich irgendwann sinniere, ob ich das zu vernehmende Lied nicht schon zum dritten Male intoniere. Dank dieser Listen kenne ich inzwischen neue, teils merkwürdige, Weihnachtslieder, aber vor allem unzählige mehr oder weniger erträgliche Versionen diverser Klassiker. Dafür habe ich, wenn ich obige Aufzählung betrachte, bestimmte Lieder / Interpreten wiederum noch gar nicht zu Gehör gebracht, was aber, da wir uns in der Hälfte der Adventszeit – mit, wie damals, Ohren und Nerven inzwischen nicht mehr zumutbaren Musikstücken – befinden, umgehend geändert wird. Achtung Schachtelsatz. Gegebenenfalls mehrmals lesen. Daraus folgt ein 2019er-Advent-to-do: Eigene Playlisten erstellen. UND Erinnerung für dieses to-do setzen.

4

Ööhm. Jaaa. … Es hat noch Potenzial. Genau genommen sämtlich verfügbares. Es gibt nämlich nach wie vor kein einziges selbstgebackenes. Nicht, dass ich nicht schon ein paar etliche eine Menge Selbstgebackene gegessen hätte. Aber die kamen halt aus haushaltsfremden Dosen. Lecker waren sie trotzdem! Immerhin, Weihnachstmandeln kann ich vorweisen. Was halt noch so übrig geblieben ist, nachdem der Großteil in Wichteltüten gewandert ist. Aber – noch ist nicht aller Tage HeiligAbend, nä? Ich weiß in der Zwischenzeit sogar zwei Sorten, die ich backen will. Yay! Wobei es vermutlich bei denen bleiben wird. Was bedeutet – zweiter Punkt für die nächstjährige To-do-Liste: FRÜHER anfangen. Mit der Plätzchenliste.

5

Abgehakt. Wegen is nich. Dieses Jahr gibt es keinen Baum. Nein, kein Minimalismusopfer. Das wäre selbst in meinen Augen ein wenig zuviel des UnGuten. Wir sind schlicht und ergreifend nicht da, um ihn gebührend zu bestaunen. So einfach.

6

Kurz: Kein Baum. Kerzen: the same procedure as every year. Plätzchen: Schlimmer geht fast nimmer. Dominosteine: Der örtliche Supermarkt gewährt mir nach wie vor keinen Mengen-Rabatt. Schneeballen: Seit heute vorrätig. Zwei Stück. Natürlich mit Schokoladenmantel. Weihnachtslieder: Hmmm, vielleicht singe ich ja heute mal mit dem Göttergatten im Duett. Last Christmas. Und sonst?

7

Fehlanzeige. Weiß, pudrig, glitzernd ist aus. Und bis auf Weiteres nicht lieferbar. Weihnachten gibt es dieses Jahr ohne Stimmung. Zumindest ohne diese eine ganz Besondere. Da können wir von White Christmas dreamen, wie wir wollen. Und dafür andere Stimmung machen. Nach Outdoor-Barbeque-Art. Oder so.

8

Also. Ganz wichtiger … allererster To-do-Punkt A2019: Tacheles reden. Mit Petrus. UND Frau Holle. SO geht das ja mal gar nicht. Das nennt sich ArbeitsTraditionsverweigerung. Wenn da jeder so daher käme. Der Weihnachtsmann zum Beispiel. Wo kämen wir dann hin? Nicht auszudenken … Diese Zeit im Jahr ist die Zeit der Traditionen, durchaus der originellen. KEIN Schnee fällt NICHT darunter!

In diesem Sinne wünsche ich uns einen traditionellen Dritten Advent.
Mit allem, was für uns jeweils dazu gehört.

Ich hätte gerne Schnee. Püh! Ich hätte gerne Schnee! So. Ach ja: VIEL Schnee. Habe fertig.

 

Britta

 

2 Gedanken zu “Sechzehnter Dezember

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